Prädiabetes – schnell reagieren, um Folgeerkrankungen zu vermeiden

© dream@do AdobeStock 407053801
In Deutschland ist Diabetes mellitus Typ 2, landläufig auch „Zuckerkrankheit“ genannt, inzwischen eine Volkskrankheit. Mehrere Millionen Menschen sind davon betroffen. Diabetes kann wiederum zahlreiche ernst zu nehmende Folgeerkrankungen nach sich ziehen. In erster Linie sind das Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Nervensystems, beispielsweise Herzinfarkte und Schlaganfälle. Eine weitere häufige Folge sind jedoch auch Schäden an den Nieren. Die Zuckerkrankheit geht, wie der Name bereits andeutet, mit einem zu hohen Blutzuckerspiegel einher. Das kann wiederum verschiedene Ursachen haben, dass zum Beispiel der Körper nicht ausreichend Insulin produziert. Tückisch ist jedoch, dass ein konstant hoher Blutzuckerspiegel zunächst nicht auffällt. Es dauert eine Weile, bis Beschwerden auftreten und man schließlich Diabetes diagnostizieren und die entsprechende Behandlung beginnen kann.
Lange bevor es zur Diabetes kommt, kann aber bereits die Prädiabetes vorliegen. Personen, die von Prädiabetes betroffen sind, entwickeln in den meisten Fällen innerhalb weniger Jahre Diabetes Typ 2. Wird eine Prädiabetes jedoch erkannt, gibt es einfache Möglichkeiten, um gegenzusteuern und die Diabetes bestenfalls zu vermeiden.
Wie zeigt sich nun aber eine Prädiabetes? Grundsätzlich gilt in noch höherem Maße, was für die Diabetes gilt: Der konstant zu hohe Zuckerspiegel wird den Betroffenen erst einmal nicht auffallen. Es gibt jedoch verschiedene Tests, die vom Arzt durchgeführt werden können, um eine Prädiabetes festzustellen. Möchte man herausfinden, ob man betroffen ist, kann man sich also an den Hausarzt wenden. Regelmäßige Gesundheitschecks werden von den Krankenkassen übernommen, man muss den Test also nicht selbst zahlen.
In erster Linie kommt es bei Prädiabetes auf den Blutzuckerspiegel an. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass es zu kurz greift, Prädiabetes ausschließlich nach diesem Kriterium zu beurteilen. Entscheidend sind vielmehr noch weitere Faktoren, wie zum Beispiel eine schlechte Insulinproduktion, eine Fettleber oder ein hoher Bauchfettanteil.

Auch wenn man zunächst an diesen körperlichen Symptomen nicht bemerkt, eventuell von Prädiabetes betroffen zu sein, gibt es einige Risikofaktoren und Anzeichen dafür. So besteht bei Menschen mit Diabetikern in der Familie oder auch bei Frauen mit einer Schwangerschaftsdiabetes ein höheres Risiko. Auch die Ernährung ist maßgeblich: Viele Süßigkeiten sowie Fertiggerichte und dazu Softdrinks sind eine Kombination, die den Körper praktisch mit Zucker flutet. Das Risiko für Prädiabetes ist dadurch höher. Im Gegensatz dazu ist eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse ein entscheidender Baustein, um vorzubeugen.
Neben den Risikofaktoren gibt es auch einige Anzeichen, die unter Umständen auf eine Prädiabetes hindeuten können. Dazu zählt ständiger Durst und damit verbunden sehr häufiger Harndrang. Der Körper versucht auf diese Weise, überschüssigen Zucker auszuscheiden. Verliert man dabei zu viel Flüssigkeit, kann ebenfalls Dehydrierung auftreten. Permanente Erschöpfung kann auch ein Anzeichen sein, das auf Prädiabetes hindeutet; genauso Schwindel und hoher Blutdruck. Sehr lang andauernde Erkältungen können ebenfalls mit einem hohen Blutzuckerspiegel zusammenhängen.
Spätestens, wenn eine Prädiabetes festgestellt wurde, sollte man schnell gegensteuern. Erstens um nicht über kurz oder lang an Diabetes zu erkranken, zweitens aber auch deshalb, weil bereits Prädiabetes die gleichen Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann wie Diabetes; also unter anderem das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.

Vor allem gilt es, grundsätzlich gesünder zu leben. Sowohl die Umstellung der Ernährung als auch eine gleichzeitige Gewichtsreduktion können schon viel bewirken. Die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen und von zuckerhaltigen Lebensmitteln wegzukommen, senkt tatsächlich nicht nur das Risiko für Diabetes, sondern auch für einige andere Erkrankungen. Mehr Bewegung ist wichtig, denn dabei wird unter anderem verstärkt Zucker verbrannt. Das Rauchen ist ebenfalls ein Faktor. Auf Zigaretten zu verzichten, ist ohnehin deutlich gesünder. Beim Thema Prädiabetes spielt Rauchen zusätzlich eine besondere Rolle. Es trägt unter anderem zu einer verstärkten Ausschüttung des Hormons Cortisol bei, das wiederum den Blutzuckerspiegel erhöht.
Wenn man beim Feststellen einer Prädiabetes auf einen gesünderen Lebensstil umstellt, ist es im Idealfall sogar möglich, die Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren und damit ernsthaften Folgen für die Gesundheit zu entgehen.

Empfehlungen

  1. 1
  2. 2

Weitere Artikel

  • Long COVID: eine neue Volkskrankheit

    Long COVID: eine neue Volkskrankheit

    Wenn noch nach Wochen bis Monaten Symptome nach einer Corona-Infektion bestehen, sprechen Mediziner von Long COVID. Ihre Apotheke klärt über die Langzeitfolgen auf und was Sie dagegen unternehmen können. Was ist L

  • Sport draußen ist auch im Winter ratsam

    Sport draußen ist auch im Winter ratsam

    In der kalten Jahreszeit wächst bei vielen Menschen der Drang, es sich drinnen gemütlich zu machen. Durchaus verständlich, denn die Kälte und Feuchtigkeit draußen sind nicht gerade einladend.

  • Impfung mit Nasenspray

    Impfung mit Nasenspray

    Während der Corona-Pandemie wurden in vorher nie dagewesener Geschwindigkeit neue Impfstoffe entwickelt. Aber neue Impfverfahren befinden sich in der Forschung. Zum Beispiel als Nasenspray.

  • Ohne Kater durch den Fasching

    Ohne Kater durch den Fasching

    Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür und endlich darf nach der Corona-Pandemie wieder ausgelassen gefeiert werden. Damit Sie ohne Kater durch den Fasching kommen, hat Ihre Apotheke einige hilfreiche Tipps parat.

  • Die häufigsten Skiverletzungen

    Die häufigsten Skiverletzungen

    In der Skisaison 2021/22 gab es laut der Stiftung Sicherheit im Skisport etwa 37000 bis 39000 Skiunfälle bei deutschen Skifahrern. Wir klären auf, welche Skiverletzungen am häufigsten vorkommen.

  • Tipps zur Pflegeroutine im Winter

    Tipps zur Pflegeroutine im Winter

    Im Winter passiert es vielen Menschen, dass die Haut trocken wird und vor allem an den Handrücken und Knöcheln sogar aufreißt. Das hängt damit zusammen, dass die Talgdrüsen ihr Produktion zurückfahren.

  • Hautpflege beim Skifahren

    Hautpflege beim Skifahren

    Auf den Skiurlaub freuen sich passionierte Wintersportler wie auf Weihnachten. Vergessen Sie vor lauter Vorfreude aber keinesfalls, dass die Haut vor Kälte, Luft und starker Sonneneinstrahlung geschützt werden muss.

  • Wofür steht das N auf der Packung?

    Wofür steht das N auf der Packung?

    N1, N2, N3 – was haben diese Angaben auf Arzneimittelpackungen eigentlich zu bedeuten? Tatsächlich handelt sich hierbei um sogenannte Norm-Packungsgrößen, die bereits im Jahr 1982 eingeführt worden sind.